Haben Sie schon einmal mit einem Bleistift musiziert oder aus Holzklötzen eine Brücke ohne Zusatzhalterung gebaut? Die Kinder, Eltern und pädagogischen Fachkräfte im „Kinderhafen“ können das und noch vieles mehr vom 14.- 29.03.2016 im Gebäude der Einrichtung ausprobieren, denn dort sind dann zahlreiche Experimentierstationen aus dem Projekt „Versuch macht klug!“ zum ausdrücklichen Testen aufgestellt.

„Versuch macht klug“ ist ein Projekt, das 2005 von vier Partnern – darunter das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein und die Universität Flensburg – entwickelt wurde und seitdem ständig professionell evaluiert, weiterentwickelt und sehr erfolgreich umgesetzt wird. Ziel des Projektes ist es, Naturwissenschaft und Technik für Kinder im Vorschulalter erfahrbar zu machen. Angesetzt wird hierbei an der natürlichen Neugierde und dem Wissensdrang der Kinder, die sie dazu bewegen, sich nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ mit interessantem Unbekanntem auseinanderzusetzen und daraus zu lernen. Genauer gesagt, umfasst das Projekt die Themenfelder „Wirkung von Kräften“, „Licht, Farbe und Spiegel“, „Wasser und Luft“ sowie „Schall, Magnetismus und Strom“.

Was „Versuch macht klug!“ so besonders macht, ist nicht nur die Tatsache, dass das Projekt den kleinen Forschern Alltagsphänomene auf kindgerechte Weise näherbringt, sondern ebenso wie es das macht: Indem den Kindern die Experimentiermaterialien frei zugänglich gemacht werden und sie diese, wann immer sie Bedarf haben, nutzen können, entsteht ein Freiraum für selbstbestimmtes Lernen und eine individuelle Entwicklung. Jedes Kind entscheidet selbst, ob, wann, wie und wie viel es sich den Stationen widmen möchte; die pädagogischen Fachkräfte stellen lediglich die Möglichkeiten zur Verfügung. Durch dieses selbstgesteuerte, von Eigeninteresse und eigenen Erfahrungen der Kinder geprägte Lernen, entstehen sowohl Lernfreude als auch stabiles Wissen, das die jungen Forscher noch dazu auf ihre weitere Entwicklung vorbereitet. Indem sie beim Experimentieren mit allen Sinnen Vorerfahrungen mit verhältnismäßig einfachen Schlussfolgerungen sammeln, bereiten sie sich bestens auf das später notwendige Verstehen weitaus komplexerer Zusammenhänge vor. Darüber hinaus tauschen sie sich immer wieder mit Gleichgesinnten über die wahrgenommenen Phänomene aus und lernen, das Beobachtete in Worte zu fassen, sodass nachweislich auch die Konzentration, Koordination, Kooperation und Sprachfähigkeit der Kinder geschult werden.

Für den Kinderhafen ist „Versuch macht klug!“ eine ideale Ergänzung der bereits existierenden pädagogischen Arbeit. Als Einrichtung mit dem Arbeitsschwerpunkt „Naturwissenschaftliche Forschung im frühen Kindesalter“ und dem Leitbild eines sich möglichst frei und selbstbestimmt entwickelnden Kindes war die Fortbildung von zwei Fachkräften von großer Bedeutung, denn die pädagogischen Fachkräfte sind es letztlich, die mit ihrer Tätigkeit die Grundlage für weiteres kindliches Lernverhalten legen und somit beeinflussen können, ob die Kinder ihre angeborene Neugierde behalten und positiv für sich nutzen können oder nicht.

Schließlich wird der Kreis mit der sozialen Komponente von „Versuch macht klug!“ komplett geschlossen. Wenn die Kinder bereits früh gelernt haben, ein besseres Verständnis für ihre Umwelt mit all ihren Themenfeldern zu entwickeln und sich aktiv damit auseinanderzusetzen, ist das sich um den Nächsten Sorgen nicht mehr weit. Mehr noch: In der erfolgreichen Kooperation mit anderen entsteht ein Gefühl der gemeinsamen Selbstwirksamkeit, das wiederum zentral für das Leben in der Gruppe ist.