Nassauische Neue Presse vom 29.06.2010, Seite 8

Kleine Forscher ausgezeichnet. Kindertagesstätte „Kinderhafen“ Diez erhält Preis für ihre Initiative „Haus der kleinen Forscher“

Die Kindertagesstätte Kinderhafen in Diez wurde von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet. Honoriert wurde das Engagement der Erzieherinnen, die Kinder für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern. Dr. Christa Welschof, Leiterin des NaT-Schüler-Labors der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, überreichte die Anerkennung.

Diez. Tatort Schlossberg: Wo eigentlich eine Kindertagesstätte sein sollte, deutete an diesem Nachmittag alles auf ein Forschungslabor hin. Unkonventionell und mit viel Elan hatten Tüftler Einzug gehalten, ließen Vulkane ausbrechen und untersuchten Lichtknicke. An allen Ecken wurde gebastelt, wurden Experimente erklärt und vorgeführt. Aber nicht etwa von Wissenschaftlern – die Kinder vom Kinderhafen hatten mit Hilfe der Erzieher selbst die Versuche unternommen, vorbereitet und ausgestaltet.

Begeisterung für Technik

Im Rahmen der Initiative „Haus der kleinen Forscher“ wurde die Kindertagesstätte mit einer Auszeichnung geehrt. Die Kita hat sich durch ihr kontinuierliches Experimentieren mit den Kindern verdient gemacht. Ziel des Projekts ist es, die Begeisterung der Drei- bis Sechsjährigen an naturwissenschaftlichen und technischen Phänomenen zu wecken. Dieser Aufgabe hatten sich die Erzieher um Leiterin Waltraud Kreutz gestellt und mit viel Engagement die Kinder an naturwissenschaftlich-technisch orientierte Themen herangeführt. Die Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft, McKinsey & Company, Siemens und der Dietmar-Hopp-Stiftung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Die Stiftung fördert bundesweit frühkindliche Bildung in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik. Das NaT-Lab-Schülerlabor der Johannes Gutenberg Universität Mainz startete 2009 zusammen mit dem Institut für Lehrer und Erzieherfortbildung das Projekt in Rheinland-Pfalz. Die Erzieher wurden durch Fortbildungen an der Universität Mainz fachgerecht geschult, um die Themen Wasser, Luft, Strom, Energie oder Farbe mit den Kindern spielerisch in Experimenten umzusetzen. Auf diese Weise lassen sich die Kleinen leicht begeistern für naturwissenschaftliche Phänomene.

Waltraud Kreutz betont, dass die Kinder eine natürliche Neugier an allen Dingen haben. „Man muss sie nur beobachten, mit ihnen sprechen und ihnen zuhören.“ Der Kinderhafen habe schon vor der Initiative mit den Kinder Alltagsphänomene untersucht und bemerkt, wie wissbegierig sie sind. Sie wollen ihre Umwelt unbedingt kennenlernen, so Waltraud Kreutz. Das Experimentieren werde auch künftig ein fester Bestandteil in der Pädagogik des „Kinderhafens“ sein, betonte Christa Welschof bei der Preisverleihung. An die Auszeichnung seien Bedingungen geknüpft, so müssen 20 Experimente durchgeführt und dokumentiert worden sein.

Dieter Wedlich, Vorstand der Stiftskirchengemeinde, die Träger der Kita ist, überreichte einen Scheck für eine geplante Erlebnisbahn. Nach dem offiziellen Teil konnten sich die Eltern Einblicke in die Experimente schaffen. Aus Knete, Backpulver, Zitronensäure und Lebensmittelfarbe wurden Vulkane gebaut, die ausbrechen konnten. Die Lichtbrechung ist längst kein Mysterium mehr für die Kleinen, sie erklärten den Großen mit Hilfe eines wassergefüllten Fischglases die Eigenschaft von Licht oder ließen Strom fließen.

Aber nicht nur das Gegenwärtige war an diesem Tag Thema, sondern auch die Zukunft. In einem Abschlussgottesdienst erteilte Pfarrer Ingo Lüderitz den Vorschulkindern Helena Motz, Niklas Neuroth, Tobias Zuckartelli, Franziska Born und Tim Röseler den Segen für die Grundschule. Anna Helfrich wurde aus dem Hort verabschiedet.

Am Ende dieses erlebnisreichen Tages blieb eine Erkenntnis: Mehr als die Auszeichnung bestätigte das Kinderlachen und der Eifer, mit dem die Kleinen bei der Sache waren, dass mit dem „Haus der kleinen Forscher“ der richtige Weg in Richtung Nachwuchsförderung eingeschlagen wurde.

Rhein-Lahn-Zeitung vom 28. Juni 2010

Kinderhafen erhält Auszeichnung. Tagesstätte am Diezer Schlossberg trägt Titel „Haus der kleinen Forscher“

Man drückt auf einen Schalter und das Licht geht an. Eigentlich selbstverständlich. Aber was steckt wirklich dahinter? Dieser und vielen weiteren Fragen sind die Schützlinge der evangelischen Kindertagesstätte „Kinderhafen“ in kleinen und größeren Experimenten auf den Grund gegangen.

Als Belohnung für diese Neugier erhielt die Institution nun die Auszeichnung „Haus der kleinen Forscher“. Mit einem Forschertag wurde das freudige Ereignis begangen. Seit vier Jahren gibt es die Intitiative „Haus der kleinen Forscher“. Sie wurde von Stiftungen mehrerer großer Firmen gegründet und erhält Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht Erziehende weiterzubilden, damit diese ihren Schützlingen die Gebiete Naturwissenschaft und Technik auf spielerische Weise näher bringen. Damit soll die Entwicklung der Kinder positiv beeinflusst werden. So wird beispielsweise der weitere Bildungsweg der Kleinen erleichtert, die Chancengleichheit gefördert und zu selbstentdeckendem Lernen animiert. Seit 2008 nehmen die 5 Erziehenden des „Kinderhafens“ an regelmäßigen Fortbildungen in Mainz teil. Mittlerweile hat sich ein bundesweites Netzwerk der am Projekt teilnehmenden Institutionen entwickelt.

Zu Beginn standen Wasser und Luft im Vordergrund. Gemeinsam erarbeiteten die Mitarbeiter der Kindertagesstätte mit ihren Schützlingen verschiedensten Phänomene – Naturwissenschaft zum Anfassen. „Wir drängen den Kindern nicht stur eine Linie auf, oft fragen sie nach und kommen dann auf immer weitere Felder, in denen wir experimentieren können“, erklärte die Leiterin des Kinderhafens, Waltraud Kreutz. Christa Welschof vom Schüllerlabor der Uni Mainz überreichte im Namen der Stiftung die Auszeichnung zum „Haus der kleinen Forscher“. Sie freute sich über das Engagement der Diezer Kindertagesstätte. Zwei große Experimente und 20 kleinere mussten durchgeführt und dokumentiert werden, um eine solche Auszeichnung zu erhalten. Man hat in den vergangenen Jahren also einiges bewegt. Dieter Wedlich gratulierte im Namen der evangelischen Stiftskirchengemeinde, des Trägers der Kita, und des Kirchenvorstandes. Nach Kaffee und Kuchen durften die Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren ihren Eltern und Großeltern die einzelnen Experimente zeigen. Insbesondere der heiße Draht hatte es den Kindern angetan.

Sie konnten unter anderem auch einen Stromkreis bilden und somit ein Lämpchen zum brennen bringen, eine Kartoffelbatterie bauen, durch ein mit Wasser gefülltes Fischglas die Lichtbrechung beobachten oder mit Taschenlampe und CD überprüfen in welche Farben sich Licht aufspaltet. Ein Schattentheater sorgte für verblüfftes Staunen bei Klein und Groß. Mithilfe des Forschertages sollten die gemeinsamen Erkenntnisse auch für die Eltern transparent gemacht werden.

Anika Recktenwald