Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) – Schon heute Gutes für morgen tun

Unser alltägliches Leben einmal anders betrachtet
Bereits in der UN-Kinderrechtskonvention von 1987 wurde das Recht des Kindes auf Bildung verankert. Nach unserem pädagogischen Verständnis umfasst der Begriff der Bildung weit mehr als die reine Wissensvermittlung, die die Kinder auf ihre schulische und später berufliche Laufbahn vorbereiten soll. Bildung beinhaltet für uns gleichermaßen die Entwicklung einer inneren Haltung, die die Wertschätzung unserer natürlichen Lebensgrundlagen widerspiegelt. Damit einher gehen die Sensibilisierung für den bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen, das Wissen um die Zusammenhänge in unserer Umwelt sowie das Bewusstsein, die eigene Lebensqualität wie auch die der zukünftigen Generationen positiv beeinflussen zu können. Basierend auf dem Prinzip des Gebens und Nehmens zwischen Mensch und Natur – die Natur gibt uns für uns lebensnotwendige Ressourcen, dafür schützen wir sie und garantieren ihren Erhalt – steht in diesem Zusammenhang der Begriff der Achtsamkeit im Vordergrund.

Die pädagogische Arbeit im „Kinderhafen“ ist daher sehr lebensnah gestaltet und knüpft stets an die Neugier und die aktuelle Lebenswelt der einzelnen Kinder an. Durch selbstbestimmtes Forschen, Beobachten und Experimentieren wird es auch den jüngsten Kindern ermöglicht, Hintergründen natürlicher Vorgänge und Gegebenheiten auf die Spur zu kommen und diese zu hinterfragen. Mögliche Ungereimtheiten laden ein, eigene Lösungsstrategien zu entwickeln und zu erproben. Dabei setzen sich die Kinder nicht nur mit den für die BNE zentralen Themen wie Wasser, Energie oder Strom auseinander, sondern erwerben im Umgang miteinander auch wichtige Kompetenzen, allen voran das Ernstnehmen anderer Sichtweisen, die zwischenmenschliche Kommunikation und das für die anderen Beteiligten transparente Vorgehen.

Warum schon BNE schon im Kindertagesstätte?

BNE steht für „Bildung nachhaltiger Entwicklung“ und bedeutet kein „Mehr“, sondern in erster Linie ein neues Betrachten des alltäglichen Lebens. Wir haben uns in diesem Projekt speziell mit dem Thema „Ernährung“ auseinandergesetzt, weil die Ernährung zum Alltag von Groß und Klein gehört. Im Kinderhafen wurde von Anfang an Wert auf Frischkost und gesunde Ernährung gelegt. Deshalb beziehen wir seit den letzten Jahren unsere Lebensmittel von einheimischen Produzenten. (Metzger, Naturkostladen, Bäckerei usw.) Uns ist es wichtig, nachhaltigen Konsum den Kindern bewusst zu machen und ihnen mit diesem Projekt die Zusammenhänge zu verdeutlichen.

Nachhaltige Entwicklung bedeutet für uns auch, Kinder und Erwachsene dazu zu bewegen, Verantwortung für sich und ihr Handeln im Umgang mit der Natur und Umwelt zu übernehmen. In Alltagssituationen erleben die Kinder, das sie durch ihr eigenes Handeln etwas bewirken, und warum es wichtig ist, sich für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen und an die kommende Generation zu denken.

An unserem ersten Treffen stellte ich mein neues Projekt

„Ernährung erleben – Ernähren ist Leben“

im Morgenkreis allen Kindern und meinen Kolleginnen vor.

Begeisternd berichteten einige Kinder sofort was sie darüber schon wissen. So entstand eine kleine Gruppe von ca. 5-8 interessierten Kindern, die sich von nun an 2-3mal pro Woche trafen, um gemeinsam die viele interessanten Themen rund um die Ernährung und der Bildung nachhaltiger Energien zu erarbeiten.

Das Forschen rund um Ernährung bzw. Essen war eine spannende Sache. Wir haben durch unsere Aktionen das Bewusstsein für den Sorgsamen Umgang mit Energie und Umwelt gestärkt. Ernährung ist sehr wichtig für unseren Körper und die Gesundheit.

Die Kinder haben erfahren, dass Energie etwas Kostbares ist, dass sie das Leben erleichtern kann und ihre Erzeugung mühsam ist. Auch die Mülltrennung und der Einkauf mit dem Einkaufskorb waren uns wichtig.

Die Kinder hörten, dass bei der Herstellung von verschiedenen Verpackungen viel Energie benötigt wird. Sie waren neugierig, wurden zu Entdeckern und lernten Zusammenhänge erkennen.

Durch das Forschen rund ums Essen haben wir erfahren: Saisonale- regional spart Energie.

Wir schaffen die Möglichkeit des Kennenlernens, um mit Ressourcen effektiver umzugehen. Wir können uns an die Zeiten der Natur halten, bewusst das Obst und Gemüse der Saison essen. Man kann auf einiges verzichten und gewinnt neue Lebensqualität.

Das Lernen von Zusammenhängen haben wir damit gefördert. Wir wollen auch in Zukunft die Perspektiven der Nachhaltigkeit in der Nahrungsmittelbeschaffung beibehalten. Durch diese vielen Aktionen konnten die Kinder erleben, dass sie ihre eigene Zukunft mitgestalten können.

Auf unsere eigenen Verhaltensweisen kommt es an, denn es kann uns nur gut gehen wenn wir nachhaltig handeln.